Pfarrer hat 100% Zustimmung

Wieland Curdt erhält Vertrag für 12 Jahre

Die evangelische Kirche ist in Österreich sehr demokratisch organisiert. So sind es auch die Gläubigen selbst, die sich ihre Pfarrer aussuchen dürfen. Nach fünf Jahren „Probezeit“ musste sich Wieland Curdt nun dem Votum der Gemeindeleitung unterziehen. Und dieses fiel einstimmig aus.

Ähnlich wie bei den Katholischen, die in den Pfarrgemeinderäten vertreten sind, ist es die Gemeindeleitung, die die Interessen der Evangelischen vertritt. Dieses Gremium bestimmt auch, wer der jeweiligen Gemeinde als Pfarrer vorsteht.

Mehr oder weniger durch Zufall wird diese Funktion in Baden seit fünf Jahren von Wieland Curdt ausgeübt. Aus persönlichen Gründen hat es den 43-Jährigen, der bis dahin die Gottesdienste im deutschen Braunschweig feierte, nach Österreich gezogen. Wie es der Zufall wollte, war genau zu diesem Zeitpunkt eine Stelle als Urlaubsverteter in Baden ausgeschrieben.

„Für mich war das Liebe auf den ersten Blick. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben das Gefühl zu Hause zu sein, sowohl beruflich wie auch geografisch“, schildert Curdt, der auch nicht lange nachdenken musste, um sich als Nachfolger von Pfarrer Seifert für die Dauerstelle in Baden zu bewerben.

Das ist mittlerweile fünf Jahre her. Eine Zeitspanne, die der Pfarrer genutzt hat, um auch den Gottesdiensten seinen Stempel aufzudrücken - und dieser kommt bei den „Schäfchen“ bestens an. Das belegen auch die Kirchen-Besuchszahlen, die stetig steigen.

„Viele Menschen haben mit Herz und Verstand, mit Engagement und Gestaltungsfreude dazu beigetragen, dass wir neue Wege gegangen sind und viel Positives bewirken konnten“, gibt sich Wieland Curdt bescheiden. Mittlerweile ist aus dem Deutschen sogar ein waschechter österreichischer Pfarrer geworden. Und das nicht nur im Geiste sondern auch gemäß der Vorschriften, die vorsahen, dass Curdt Prüfungen in Kirchenrecht und Kirchengeschichte ablegen musste. Ganz nebenbei hat er aber auch noch erfolgreich ein Studium für Coaching und Organisationsentwicklung absolviert. So ihm Zeit bleibt, genießt er das vielfältige Angebot, das Baden zu bieten hat. „Jeden Samstag spiele ich in einer Hobbymannschaft Fußball. Im Helenental gehe ich gerne laufen und vor allem die kulturellen Veranstaltungen aber auch die Heurigen liebe ich ohne Ende“, so Wieland Curdt, dessen Bewerbung für eine Vertragsverlängerung jetzt die 100-prozentige Zustimmung der 28-köpfigen Gemeindeleitung fand. Zumindest 12 weitere Jahre kann er nun seine Ideen in die Tat umsetzen.

Langweilig wird ihm dabei sicher nicht, gilt es doch die Sanierung des Gotteshauses zu einem guten Ende zu bringen und das auch in finanzieller Hinsicht, gilt es doch mit verschiedenen Aktionen einiges an Geld aufzutreiben. Und sobald das heuer im Herbst geschafft ist, kommt das Pfarrhaus an die Reihe, an dem der Zahn der Zeit ebenfalls deutliche Spuren hinterlassen hat.

Rainer Dietz, Badener Zeitung

Foto: RaDi (Badener Zeitung)

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