Wie mir Hiphop den Weg zu Gott gezeigt hat

In diesem Artikel möchte ich meinen etwas unüblichen Weg aufzeigen, der meinen Glauben wesentlich verändert und verstärkt hat. Ich habe durch deutschen Rap (eine Unterkategorie von Hiphop) eine Beziehung zu Gott aufgebaut. Hierbei möchte ich speziell auf den Rapper Kollegah (bürgerlich Felix Blume) eingehen, da dieser den größten Einfluss auf meine Geschichte hatte. Doch Kollegah ist genau wie der Großteil der deutschen Hiphop-Szene muslimisch. Wie kann also ein 22-Jähriger durch diese Musik zum gläubigen Christen werden?

Zu Beginn möchte ich kurz auf die Kunstfigur Kollegah eingehen. Kollegah ist ein 34-jähriger deutscher Interpret. Er zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Musikern in der DACH-Region und kann schon zahlreiche Erfolge wie Gold- und Platin-Auszeichnungen für seine Alben und Singles vorweisen. Überwiegend bei den jüngeren Generationen ist seine Musik sehr beliebt. Er achtet in seinen Songtexten sehr auf die Qualität, was man besonders an seiner beeindruckenden (Reim-) Technik sieht. Reimketten mit sieben Silben sind keine Seltenheit. Seine Markenzeichen sind in seinen Musikvideos und Songtexten sofort zu erkennen. Dazu zählen teure Kleidung, große Muskeln und funkelnde Goldketten. Außerdem verfolgt Kollegah bewusst ein Image als „Zuhälter-” bzw. „Gangster-Rapper”. Dies merkt man vor allem durch seine provokativen Texte, in denen es oft um Drogenhandel, Waffen und Prostitution geht. Dadurch kam es schon zu zahlreichen negativen Schlagzeilen in den Medien. Die Frage, ob es sich bei dieser Art von Musik um einen sonderlich guten Einfluss auf die Jugend handelt, ist also definitiv legitim, soll aber nicht der Inhalt dieses Artikels sein.

Wenn man sich nun etwas tiefer in die Materie begibt, merkt man, dass es in seiner Musik um mehr geht als um stumpfe, gehässige Textzeilen. Hervorheben möchte ich die Songzeile „Wir sind Brüder, wir sind Schwestern, Nachkommen von Adam. Ganz egal, ob wir nun Jahwe, Gott oder Allah sagen” aus dem Song „NWO”. Er baut die Religion ganz bewusst und teils auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar regelmäßig in seine Lieder ein. Hier wird aber nicht versteckt Werbung für seinen eigenen Glauben betrieben, sondern er möchte seine Hörer gezielt dazu bewegen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

„Vorbei ist vorbei und ich muss in den Himmel kommen, denn was sind 70 Jahre Lebenszeit verglichen mit der Ewigkeit? Wozu Geld und Autos, wenn am Ende nur die Seele bleibt?” ist eine weitere Textzeile, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Seine Texte haben mich dazu bewogen, mich mehr damit zu beschäftigen. Jedoch habe ich versucht, sämtliche Glaubensgemeinschaften kritisch und objektiv zu hinterfragen, bevor ich mich für eine entscheide. Jedes Mal, wenn ich bestimmte Lieder von Kollegah höre, bekomme ich nach wie vor Gänsehaut und fühle dadurch eine starke Beziehung zu Gott. Schlussendlich habe ich so meinen Weg zur evangelischen Glaubensgemeinschaft gefunden.

Abschließend möchte ich festhalten, dass Kollegah den Grundstein für meinen Glauben an Gott gelegt hat. Wenn man versucht, die stumpfen Phrasen auszublenden und sich mit den Lyrics auseinandersetzt, kann man den einen oder anderen „Aha-Moment” erleben. Deutscher Sprechgesang ist eine Form von Kunst, was mir mit den Jahren immer deutlicher bewusst geworden ist. Ich möchte jeden, der sich mehr damit auseinandersetzen will, bitten, sich die Lieder „Dear Lord”, „Du bist Boss” und „Wie ein Alpha” von Kollegah anzuhören (am besten mit Musikvideo auf YouTube). Außerdem hat Felix Blume durch sein Buch „Das ist Alpha”, in dem er speziell Männer animiert, immer weiter an sich in allen Lebensbereichen zu arbeiten, eine Rolle als Vorbild für mich eingenommen. In seiner Lektüre behandelt er ebenfalls das Thema Religion und veranschaulicht seine Sichtweise. Kollegah hat mich durch seine Musik zu einem besseren und gesünderen Menschen gemacht, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Meine Glaubensfindung war dabei definitiv der größte Erfolg. Für Anregungen bzw. Rückfragen zu diesem Thema stehe ich allen Leserinnen und Lesern gerne unter daniel@gurgul.at zur Verfügung.

Daniel Gurgul

Fotos: Chiara Hammerer, wikipedia

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